Motocross-Bike gebraucht kaufen: Was gilt es zu beachten?

Du willst mit dem Motocross fahren beginnen und bist nun auf der Suche nach einem gebrauchten MX-Bike für dein Vorhaben? Worauf du beim Kauf einer gebrauchten Motocoross achten musst, welche Überlegungen du im Vorfeld anstellen solltest und welche Tipps du beim Kauf beachten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Ein neues MX-Bike ist was ganz Feines, aber es macht nicht unbedingt immer Sinn sich direkt in Unkosten zu stürzen und mittlerweile zwischen 7000 und 11.000 EUR in die Hand zu nehmen, um sich den Traum vom Motocross fahren zu erfüllen.

Zum Einen hat nicht unbedingt jeder soviel Kleingeld für ein Hobby zur Verfügung. Vor allem wenn man bedenkt das das Bike nur ein Puzzlestück vom großen Ganzen ist. Den neben Schutzausrüstung, Transportmöglichkeit, Eintrittsgeldern, Werkstattkosten, Ersatzteilen und einigem mehr, fallen da so einige Kosten an, um diesen Sport auszuüben.

Zum Anderen bleibt auch nicht jeder Anfänger dauerhaft bei diesem Sport und merkt irgendwann, dass es nicht wirklich seins ist, von Strecke zu Strecke zu fahren, sich permanent körperlich fit zu halten, die Wochenenden nicht mit der Familie zu verbringen und sich ständig in Gefahr zu begeben. Spätestens nach der ersten Verletzung überdenkt so manch einer, ob es denn wirklich das Wahre für ihn ist.

Deshalb macht es Anfangs definitiv Sinn, sich erst einmal nach einem guten, gebrauchten MX-Bike umzuschauen. Entscheidet man sich im Laufe der Zeit gegen den Sport, hat man nicht zu viele Verluste eingefahren und stürzt man mit dem Bike, bekommt man nicht direkt feuchte Augen.

Aber bevor es ans Eingemachte geht, solltest du dir im Vorfeld einige Überlegungen durch den Kopf gehen lassen, um keinen Fehlkauf einzugehen und auch das richtige MX-Bike für dich zu finden.

Welche Art von Dirt-Bike macht für dich Sinn?

Welche Art von Dirt-Bike macht für dich Sinn?

Da du hier auf einer MX-Seite gelandet bist, gehe ich davon aus, dass du auch ein Motocross-Bike gebraucht kaufen möchtest. Dennoch solltest du dir überlegen, ob nicht vielleicht auch eine Sport-Enduro eine Option und keine schlechte Idee wäre.

Willst du Rennen fahren und nur auf der Motocross-Strecke unterwegs sein, macht eine reine Motocross-Maschine definitiv Sinn. Willst du aber auch ab und an mit deinen Kids im Gelände fahren, wäre eine Sport-Enduro eindeutig die bessere Wahl, da du einfach flexibler bist und auf beiden Terrains gut klarkommst.

Ich habe anfangs den Fehler gemacht, dass ich mir einen reinen Crosser zugelegt habe und als die Kinder in Bilstain oder anderen Enduro-Geländen ihre ersten Runden im Matsch drehen wollten, war ich mit meiner KTM SX-F 350 recht aufgeschmissen. Sie ist auf den langsamen Passagen ständig übergekocht, die Gänge waren fürs Enduro-Fahren eindeutig zu lang ausgelegt und die harte Kupplung war auf Dauer schwer mit zwei Fingern und untrainierten Unterarmen zu kontrollieren und auch die Reifen waren absolut ungeeignet für das steinige Gelände.


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Daraufhin habe ich mir eine Husqvarna FE250 zugelegt und all die genannten Probleme haben sich in Luft aufgelöst. Jedoch kamen auch neue hinzu. Denn mit der Zeit häuften sich die Tage an denen ich nur noch auf der Cross-Strecke unterwegs war und die auf dem Enduro-Gelände wurden weniger.

Und nachdem ich mit der Zeit auf der Cross-Strecke schneller wurde, bekam ich Probleme mit der Enduro-Bereifung in Kurven und dem viel zu weichen Fahrwerk bei Sprüngen. Nachdem ich aber Cross-Reifen montiert habe und das Fahrwerk von einem Profi habe anpassen lassen, scheine ich aktuell das perfekte Bike für mich gefunden zu haben und bin dazu immer noch sehr flexibel.

Welche Erfahrungen bringst du bereits mit?

Welche Erfahrungen bringst du bereits mit?

Für die Auswahl deines zukünftigen Dirt-Bikes stellt sich auch die Frage, ob du schon Erfahrungen im Offroad-Bereich sammeln konntest oder ob du überhaupt schon einmal  auf einem Motorrad gesessen hast. Wenn du schon mal im Gelände unterwegs warst und gut klar gekommen bist, kannst du über einen kleinen 2Takter oder einen 4Takter ab 350ccm nachdenken.

Bist du wirklich absoluter Anfänger und hast bisher noch nie was mit Motorrädern zu tun gehabt, solltest du wirklich ganz langsam mit maximal 250ccm im 4Takt-Bereich beginnen.

Ich habe Anfangs den Fehler gemacht und das Pferd von hinten aufgezäumt. Begonnen habe ich mit einer 450 Kawasaki KX 450F, habe dann auf 350er KTM SX-F reduziert und bin letztendlich bei Husqvarna FE mit 250ccm gelandet.

Die verfügbare Leistung ist auch jetzt nach einem Jahr  immer noch mehr als ausreichend und die Wendigkeit der Viertelliter ist einfach Spitze.

Welche Vorteile und Nachteile haben 2-Takter/4-Takter?

Welche Vorteile und Nachteile haben 2-Takter / 4-Takter?

4-Takter sind gutmütiger und vor allem für Cross-Anfänger einfacher zu fahren. Die Leistungsentfaltung ist recht homogen und man kann auch relativ gut untertourig fahren, ohne dass das MX-Bike ausploppt. Ein schaltfaules Fahren ist mit 4-Taktern gut möglich. Der Motorsound ist recht kernig und nicht nervig. Die Wartungsintervalle sind bei 4Taktern überschaubar, aber dafür relativ kostenintensiv.

2-Takter sind von der Leistungsentfaltung deutlich explosiver und setzen eine recht hochtourige Fahrweise voraus. Im unteren Drehzahlbereich steht relativ wenig Leistung zur Verfügung. Kommt man aber mit den Drehzahlen in den Resonanzbereich, knallt es im Karton und nur Fliegen ist schöner.

Der Motorsound ist recht laut und aufdringlich. Entweder man mag es oder man hasst es. Durch die hohen Drehzahlen sind die Wartungsintervalle im Vergleich zur 4-akter definitiv kürzer, dafür nicht so kostenintensiv und teils gut selbst durchzuführen.  

Eine Zweitakter setzt auch eine entsprechende Kondition und Kraft voraus, da die abrupt einsetzenden Kräfte enorm an den Armen reißen und eine runde Fahrweise voraussetzen.

Dein Budget – Wie viel Geld kannst/willst du ausgeben?

Dein Budget – Wie viel Geld kannst/willst du ausgeben?

Die Frage aller Fragen, bevor wir auf die essentiellen Kaufkriterien deines neuen, gebrauchten MX-Bikes eingehen. Setze dir ein klares Limit im Bezug auf den Kaufpreis, denn du wirst bei deiner Suche nach einem gebrauchten MX-Bike schnell merken, dass du für ein paar Hunderter mehr, ein noch etwas jüngeres MX-Bike bekommst oder eines mit ein paar Stunden weniger auf der Uhr, als die Motocross, die dir kurz davor angeschaut hast. Dieses Spiel ist eine Endlosschleife und ehe du dich versiehst, stehst du kurz davor ein nagelneues Bike zu kaufen.

Gute und brauchbare Motocross-Bikes bekommt man ab etwa 2500 EUR. Für japanische Fabrikate zahlst du in der Regel etwas weniger als für eine KTM oder Husqvarna.

Zudem darfst du nicht vergessen, dass zu der gebrauchten Maschine auch noch die gesamte Schutzausrüstung hinzu kommt, eventuell auch ein paar Ersatzteile oder Tuning-Teile sowie ein Anhänger oder gar Transporter und vieles mehr. Somit sollte nicht jeder mühsam ersparte Euro nur ausschließlich in die Motocross fließen.

Suche nach einem guten Händler in deiner Nähe und entscheide dich für eine Marke

Suche nach einem guten Händler in deiner Nähe und entscheide dich für eine Marke

Es gibt kaum etwas Schlimmeres als ein cooles Bike günstig zu schießen und dann festzustellen, dass es keinen Händler oder eine Werkstatt in der Nähe gibt, die dir bei Wartungsarbeiten oder Instandsetzungsfragen zur Seite steht. Auch eine Ersatzteil- und Verschleißteilversorgung vor Ort wäre nicht verkehrt.

Deshalb solltest du dich zunächst auch nach einem passenden MX-Bike-Händler in deiner Nähe umschauen und überlegen, ob es Sinn macht eventuell auch deine zukünftige Marke von der Situation abhängig zu machen. Dies ist natürlich kein Muss, aber dennoch eine Überlegung wert.

In jedem Fall solltest du die Finger von No-Name-Fabrikaten und auch allen China-Bikes lassen. Mangelnde Qualität und ein nicht vorhandener Support und Service sprechen da eine klare Sprache.

Dann kann es losgehen: Der Kauf deines gebrauchten Dirt-Bikes

Dann kann es losgehen: Der Kauf deines gebrauchten Dirt-Bikes

Solltest du die oben genannten Fragen für dich beantwortet haben, dann geht es nun an´s Eingemachte. Suche dir dein Traumbike über die bekannten Kanäle. Aktuell kann ich eigentlich nur Ebay-Kleinanzeigen für den Kauf deiner gebrauchen Motocross empfehlen.

Es gibt natürlich auch noch Mobile.de oder Autoscout24.de, aber wenn du dort eine Suche aufgibst oder mit Verkäufern schreibst, wirst du in der Regel abartig zugespamt, bekommst plötzlich dubiose SMS mit der Aufforderung Fake-Links zu klicken und läufst Gefahr dir einen Virus einzufangen.

Hast du dir ein paar MX-Bikes ausgeguckt, kontaktierst du die Besitzer am besten direkt telefonisch. Die meisten bevorzugen eine unkomplizierte Anfrage per Messenger oder Mail, aber nur per Telefon bekommst du auch die Reaktion des Verkäufers auf deine Fragen mit und dies kann im weiteren Verlauf auschlaggebend sein.


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Informiere dich über die Historie des Bikes und Vergiss dabei nicht, dass es hier um dein Geld geht, weshalb du dich mit Fragen nicht zurückhalten solltest.

Ist der Verkäufer genervt, pampig und wortkarg wenn es um Infos zum seiner Motocross geht, solltest du das Bike direkt verwerfen, denn dann ist meist auch etwas faul.

Folgende Fragen solltest du beim Kauf deiner neuen Gebrauchten zumindest einmal anreißen:

  1. Wie lange ist das MX-Bike in deinem Besitz?
  2. Hast du es neu gekauft oder auch gebraucht?
  3. Gibt es irgendwelche Probleme mit dem Bike?
  4. Gab es heftigere Stürze?
  5. Wurden Motorenteile ausgetauscht und gibt es nachweise dafür?
  6. Wie viele Betriebsstunden hat das Bike und sind diese nachweisbar?
  7.  Was ist der Grund des Verkaufs?

Falls diese Fragen problemlos und deiner Meinung nach ehrlich beantwortet wurden und der Preis soweit für dich passt, solltest du einen Besichtigungstermin ausmachen.

Vereinbare einen Besichtigungstermin und mache eine Probefahrt

Vereinbare einen Besichtigungstermin und mache eine Probefahrt

Direkt eines vorweg: Lass dich nicht von Bling-Bling blenden! Hat das gebrauchte MX-Bike nagelneue Plastikteile verbaut, sollten bei dir bereits die Alarmglocken schrillen. Ein MX-Bike sollte dem Alter entsprechend aussehen. Wenn es gut gepflegt wurde, dann sieht man das auch an allen Ecken und Enden, wenn man genau hinschaut. Auch wenn die originalen Plastikteile verbaut sind.

Aber gehen wir einmal systematisch alle wichtigen Bereiche durch, welche du auch in aller Ruhe vor Ort abarbeiten solltest.

Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Motocross-Bikes:

Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Motocross-Bikes:

Betriebsstunden / Gefahrene Kilometer

Eine essentielle Frage beim Kauf eines gebrauchten Dirt-Bikes ist die tatsächliche Betriebsdauer. Jedes Motorrad sollte heutzutage einen Betriebsstundenzähler verbaut haben, um die gefahrenen Stunden auch nachweisen zu können und auch um den Überblick zu bewahren, wann welche Wartungsarbeiten vorgenommen werden sollten.

Fehlt solch ein Zähler und kann der Verkäufer nicht glaubwürdig erklären wieso, sollte man entweder direkt die Finger von dem Bike lassen oder nach Möglichkeit die Stunden bei einem Händler in der Nähe auslesen lassen. Dies ist aber immer mit Kosten, Nerven und Zeit verbunden. Aber je nach Kaufpreis sicherlich lohnenswert….wenn der Verkäufer sich überhaut darauf einlässt.

Aber Vorsicht: Nachgerüstete Betriebsstundezähler am Rahmen können nachträglich vom Besitzer ausgetauscht worden sein, um die tatsächliche Betriebsstundenzahl zu vertuschen. Deshalb sollte die Stundenzahl auch zu dem gesamten Zustand der Motocross passen.

Motor

Beim Motor solltest du als erstes einen Blick auf den Ölstand werfen. Passt dieser und ist das Öl nicht gerade das schwarze Gold, dann spricht das für einen Verkäufer, der seinen Motor anscheinend gewartet hat.

Lass den Motor laufen. Ist er tatsächlich vollständig kalt und springt gut an, spricht das schon mal für einen dichten Ansaugtrakt und saubere Einstellungen des Vergasers bzw. der Einspritzung.

Klackert der Motor im Standgas und das Geräusch verschwindet, wenn du die Kupplung ziehst, spricht das für ausgeschlagene Kurbelwellenlager.

Tritt nach einer kurzen Warmlaufphase beim Gas geben blauer Qualm aus dem Auspuff (4-Takter) spricht das für Probleme mit den Ventilen. Entweder sind Sie abgenutzt oder falsch eingestellt.

Natürlich sollte auch eine kleine Sichtprüfung des Motors erfolgen: Es sollte nirgends Öl austreten und vor allem kein Riss im Motorgehäuse auffindbar sein.

Luftfilter

Was du im Luftfilterkasten vorfindest, spricht im Grunde Bände über den Besitzer und seine Einstellung zum Bike, wenn es um das Thema Wartung geht. Ist der Luftfilterkasten picobello sauber und der Luftfilter makellos sowie frisch geölt, steh es schon mal recht gut um die Glaubwürdigkeit des Verkäufers.

Ist das Gegenteil der Fall, würde ich persönlich die Besichtigung abbrechen und die Finger von dem MX-Bike lassen, da mit die Gefahr viel zu hoch wäre, das der Motor schon über einen längeren Zeitraum immer wieder Dreck angesaugt hat und dementsprechend Kolben, Zylinder und alle anderen Motoenteile aussehen müssen.

Rahmen

Nimm dir etwas Zeit und untersuche den gesamten Rahmen nach Rissen, Knicken, Beulen oder anderen Auffälligkeiten. Vor allem im Bereich des Lenkkopfes, der Fußrasten und an Schweißnähten kann es zu Rissbildung oder Verformungen kommen.

Auch ein verzogener Rahmen ist leider nicht selten. Gehe deshalb ruhig einmal ein paar Schritte zurück und betrachte das MX-Bike von vorne und von hinten. Achte dabei auf Sitzbank, Räder, Gabel und Rahmen…alles muss miteinander fluchten. Sollte in diesem Bereich etwas auffällig sein, verabschiede dich und lass das Bike stehen!


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Räder

Bocke die Motocross auf und drehe die Räder mit Schwung an. Es sollten keine störenden Geräusche auftreten, die auf verschlissene Radlager hinweisen. Greif dir das Rad mit beiden Händen von der Seite und wackel kräftig daran. Hörst du hier ein klackern, deutet auch das auf verschlissene Radlager hin.

Die Laufräder sollten beim drehen natürlich nicht eiern und keinen Schlag aufweisen. Auch solltest du dir die Speichen genauer anschauen. Gebrochene oder fehlende Speichen deuten auf eine ordentliche Belastung im Renneinsatz hin.

Hat vor allem die hintere Felge außen am Felgenhorn eine deutlich sichtbare Abnutzung, deutet das auf ein häufiges Befahren von Sandstrecken hin. In diesem Fall solltest du dir unbedingt alle beweglichen Teile und Lager am Motorrad genauestens anschauen, da diese auf Sandpisten extrem leiden.

Bremsen

Ein gutes MX-Bike braucht auch gute Bremsen. Dies ist nicht der Fall wenn die Bremsscheiben Riefen aufweisen oder gar verzogen sind und eiern. Auch die Bremsbeläge solltest du kontrollieren. Dabei handelt es sich um nicht unbedingt teure Teile, wenn Sie denn getauscht werden müssen, aber es sind gute Argumente wenn es im späteren Verlauf um die Preisverhandlungen geht.

Prüfe auch die Zuleitungen von Hand- und Fußpumpe beider Bremsen auf Dichtigkeit. Auch der Füllstand und die Farbe der Bremsflüssigkeit solltest du dir kurz anschauen. Ist zu wenig  Bremsflüssigkeit eingefüllt oder ist sie bereits dunkel, spricht das für eine nicht gewartete Maschine.

Fahrwerk/Federung

Fahrwerk und Federung lassen sich leider nur sehr schwer kontrollieren, ohne das MX-Bike einmal auf der Cross-Strecke Probe zu fahren. Augenscheinlich ist es wichtig, dass weder aus den Simmerringen der Gabelholme, noch aus dem hinteren Federbein Öl austritt. Beim ein und ausfedern dürfen auch hier keine auffälligen Geräusche wahrnehmbar sein.

Eine spontane Nachfrage nach der letzen Fahrwerkswartung an den Verkäufer und der Antwort sowie daraus resultierender Reaktion sollte Aufschluss über die tatsächliche Situation diesbezüglich geben.

Lager (Umlenklager, Lenkkopflager, Radlager)

Prüfe zuerst die Radlager. Greife von der Seite mit beiden Händen an das Rad, als würdest du ein Lenkrad festhalten und wackel mehrfach vor und zurück. Es darf kein Spiel und Klackern zu vernehmen sein.

Die Umlenk- und Schwingenlager kannst du prüfen indem du an der Schwinge rüttelst bzw. wenn du das Bike am Heck weit einfederst und schnell loslässt. Auch hier dürfen kein Spiel oder ungewöhnliche Geräusche vernehmbar ein.

Das Lenkkopflager kannst du prüfen in dem du das aufgebockte Bike von vorne an den Gabelholmen greifst und vor und zurück bewegst. Auch hier sollten kein Klackern zu hören und kein Spiel fühlbar sein. Auch beim hin und her Drehen des Lenkers darf nichts haken oder Geräusche machen.

Antriebsstrang

Prüfe die Kettenspannung im Bereich des Kettenschutzes und sieh dir Ritzel und Kettenrad genauer an. Sind alle Zähne vorhanden und ist nichts verbogen oder verschlissen? Ist die Kette gut geölt oder eher rostig? Sind die Kettenführungen und Schleifer stark abgenutzt und somit auch die Kette auf der Ober- und Unterseite abgeschliffen? All das wären wieder Hinweise auf den tatsächlichen Wartungszustand des Bikes.

Kühlsystem

Sind beide Kühler gerade und die Kühlrippen nicht all zu sehr zerschossen? Ist dies nicht der Fall, spricht das für einen Sturz. Sind die Kühlrippen an vielen Stellen verbogen, spricht das für einen häufigen Renneinsatz.

Ist der Kühler vollständig mit Kühlflüssigkeit gefüllt und sieht diese gut aus oder ist sie bereits rostig? Sind alle Kühlschläuche sauber verlegt und angeschlossen und tropft auch nichts?

Kupplungsdeckel, Bremshebel, Schalthebel und Fußrasten

Der Kupplungsdeckel sowie der Lichtmaschinendeckel geben einen guten Aufschluss darüber, wie stark das Bike tatsächlich benutzt wurde und ob die angegebenen Betriebsstunden stimmen könnten. Eine stärkere Abnutzung erfolgt meist ab 40 Stunden aufwärts, da kann der Besitzer behaupten was er möchte. Sind die Deckel nagelneu, hat der Besitzer etwas zu verbergen.

Achte auch auf Schalt- und Bremshebel sowie auf die Fußrasten. Sind diese gerade und nicht übermäßig abgenutzt, kann man davon ausgehen, dass das Bike keinen nennenswerten Sturz hatte.

Gleiches gilt auch für Kupplungs- und Bremshebel am Lenker. Häufig heißt es in den Verkaufsanzeigen das neue Kupplungs- und Bremshebel verbaut wurden. Auch hier sollten dann die Alarmglocken wieder schrillen!

Probefahrt

Hast du es bis hier hin geschafft und das Motorrad keine Auffälligkeiten aufgewiesen, solltest du zum letzten Schritt schreiten und eine kleine Probefahrt machen.

Lass das MX-Bike an und kurz warmlaufen. Prüfe zuerst die Gasannahme. Das Bike muss gut am Gas hängen und mühelos hochdrehen ohne sich zu verschlucken oder zu stottern.

Die Kupplung muss leichtgängig sein und wenn du den ersten Gang einlegst, darf das Motorrad nicht nach vorne wollen, obwohl die Kupplung gezogen ist. Ist dies der Fall, spricht das für einen verschlissenen Kupplungskorb. Auch darf die Kupplung bei stärkerem Beschleunigen nicht durchrutschen. Alle Gänge müssen sich sauber durchschalten lassen und der Leerlauf sollte sich auf Anhieb finden lassen.

Passt alles und stellst du keine Auffälligkeiten fest, kann man wohl gratulieren: Du hast dein neues, gebrauchtes Bike gefunden! Bleiben nur noch die Formalitäten:

Preisverhandlungen und Kaufvertrag

Preisverhandlungen und Kaufvertrag

Hast du dich bereits im Vorfeld mit dem Verkäufer auf einen Kaufpreis geeinigt und sind dir keine Auffälligkeiten deiner Checkliste aufgefallen, dann geht es ans Bezahlen und den Kaufvertrag.

Diesen solltest du immer abschließen, damit du bei einer Verkehrskontrolle oder sonstigen Begegnungen mit der Polizei immer etwas hast, womit du die vollständige Bezahlung des Bikes und den Besitz deiner MX nachweisen kannst. Essentiell ist solch ein Kaufvertrag vor allem bei grenzüberschreitenden Fahrten zu Cross-Strecken.


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Zudem werden leider viele Motocross-Bikes gestohlen und wieder in Umlauf gebracht. Der Hintergrund ist der, das MX-Bikes über keine Papiere verfügen und nicht zugelassen sind. Dies macht sie sehr attraktiv für Diebe. Im Anschluss bekommen sie neue Plastikteile samt Dekor und werden wieder verkauft. Bist du derjenige der solch ein Bike kauft und von der Polizei kontrolliert wird, ist es immer gut einen Kaufvertrag samt Kontaktdaten des „Vorbesitzers“ präsentieren zu können.

Kaufverträge gibt es im Internet viele, aber der übersichtlichste und einfachste ist immer noch der Kaufvertrag für Motorräder vom ADAC.

Gibt es etwas am Bike zu bemängeln, dann scheue dich nicht dies anzusprechen und gegebenenfalls den Verkaufspreis nach zu verhandeln. Es geht schließlich um dein Geld und wenn dein Einwand berechtigt ist, sollte man immer darüber reden können.

Vor allem abgefahrene Reifen und Bremsbeläge, verschlissene Kettenblätter und beschädigte Plastikteile bieten immer eine Grundlage für Preisnachverhandlungen.

Fazit

Nicht alles muss perfekt sein und du darfst nicht vergessen, dass es sich immer noch um ein gebrauchtes Bike handelt. Auch wenn Kleinigkeiten wir Radlager oder sogar Kette und Ritzel nicht in Ordnung sind, ist das kein Beinbruch sondern einfach nur eine Grundlage für die Preisverhandlung.

Die meisten Verschleißteile kosten meist nicht wirklich viel und lassen sich auch in der Regel selbst gut verbauen ohne eine Werkstatt in Anspruch nehmen zu müssen.

Lediglich die relevanten Elemente wie Motor, Fahrwerk und Rahmen sollten in gutem Zustand sein, ansonsten kann es da leider wirklich teuer werden.

Wichtig ist nur, dass du alle genannten Punkte systematisch und in aller Ruhe durchgehst und dich vor allem nicht durch tolle Spezialteile und viel Bling-Bling blenden lässt. Natürlich ist ein optisch ansprechendes MX-Bike verlockend, aber es bringt nichts, wenn dafür essentielle Komponenten hinüber sind. Also, immer im gesunden Maß skeptisch bleiben und auch auf das gute, alte Bauchgefühl hören!


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