11 Wartungs-Tipps für ein ordentliches Dirtbike

Jedes Mal wenn du mit auf der Cross-Strecke unterwegs bist, muss dein Dirtbike schon ganz schön ordentlich leiden. Trotz Dreck, Hitze und Nässe muss das Moped erbarmungslos seine Arbeit verrichten, was auf Dauer eindeutig aufs Material geht.

Um Überraschungen vorzubeugen und damit deine Maschine bei jeder Fahrt perfekt funktioniert, sollte eine grundlegende Wartung nach jeder Fahrt zum festen Ritual werden.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Wartungsarbeiten, welche du nach jeder Fahrt durchführen solltest, aber auch mit den Arbeiten, welche lediglich in regelmäßigen Abständen anstehen.

Viele Teile deines Dirtbikes haben lediglich eine begrenzte Lebensdauer, weshalb du immer als allererstes einen Stundenzähler montieren solltest, falls Keiner bereits von Werk aus installiert wurde, wie dass bei allen KTM und Husqvarna-Modellen der Fall ist.

Mit Hilfe eines entsprechenden Betriebsstundenzählers hast du die Betriebsdauer verbauter  Komponenten stets im Blick und kannst mit dementsprechenden Notizen immer nachvollziehen, wann  etwas an deiner Motocross überprüft, geschmiert oder getauscht werden muss.

HINWEIS: Die Langlebigkeit deiner Motocross, aber noch viel wichtiger, deine eigene Sicherheit hängt vom Wartungszustand deines Bikes ab und sollte niemals vernachlässigt werden.

Wartungsarbeiten die nach jeder Fahrt durchgeführt werden sollten

Motocross waschen

1.  Dirtbike waschen

Das Entfernen von Dreck und Sand hört sich vielleicht nicht direkt nach Wartung an, aber es verhindert übermäßigen Verschleiß und entsprechende Korrosion am Dirtbike.

So manch einer musste sich schon mal darüber wundern, wie schnell bestimmte Schlammarten bei Aluminiumrahmen, Schwingen oder Motorblöcken für einen unschönen „Lochfrass“ sorgen, welcher sich im Grunde genommen auch nicht mehr oder nur mit sehr viel Mühen wieder entfernen lässt.

Zudem sammelt sich Beispielsweise Sand gerne an der Kette, den Kettenrädern, zwischen Bremsbelägen und Bremsscheiben und allen anderen beweglichen Teil an und muss schnellstmöglich wieder entfernt werden.

Tut man dies nicht, sorgt der Sand dafür, dass sich die genannten Teile überdurchschnittlich schnell abnutzen und verschleißen. Dies reduziert die Effizienz der Bauteile und ist letzten endlich immer mit Zeit und Geld verbunden, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

Alle beweglichen Teile ölen / fetten

2. Alle beweglichen Teile ölen / fetten

Nachdem dein Dirtbike ordentlich gewaschen und die Kette mit einer Bürste von gröberen Verunreinigungen befreit wurde, solltest du diese als Erstes mit einem hochwertigen Kettenöl einsprühen.

Falls du über eine Kupplung, verfügst die per Bowdenzug betätigt wird, sollte der Nippel im Hebel gefettet werden. Aber auch alle anderen beweglichen Teile wie die Fußrastenaufnahmen und alle Umlenk- und Drehpunkte der hinteren Bremse etc. können immer einen Schuss WD40 oder vergleichbares Sprüh-Öl vertragen

Verschraubungen prüfen / nachziehen

3. Verschraubungen prüfen / nachziehen

Man hört es immer wieder, dass sich Schrauben am Bike hier und da mal gerne von selbst lösen. Und auch, dass man immer wieder mal alle Schrauben am Bike kontrollieren und nachziehen sollte. Aber ganz ehrlich: Wer macht das auch wirklich? Vermutlich nur die Wenigsten.

Zu Unrecht, denn wie häufig habe ich schon beinahe mal ein Kettenrad oder eine Bremsscheibe verloren, nur weil sich die Schrauben trotz Schraubensicherung auf Dauer gelöst hatten.

Empfehlenswert ist es die Verschraubung von Achsen, Gabelfäusten, Lenker und der Schwinge nach jeder einzelnen Fahrt zu kontrollieren.

Für alle anderen Verschraubung gibt es den sogenannten Siegellack um Schrauben und Muttern damit zu markieren. Falls sich mal eine Schraube langsam lösen sollte, bricht der Lack am Übergang und man bemerkt die sich lösende Schraube spätestens beim nächsten Waschgang.

Luftfilter reinigen / austauschen

4. Luftfilter reinigen / austauschen

Das Reinigen bzw. Austauschen des Luftfilters nach jeder Fahrt, gehört zu den absolut wichtigsten Wartungsarbeiten überhaupt. Denn ein einziges Sandkörnchen reicht aus, um eine Riefe in der Zylinderlaufbahn oder den Kolbenringen zu hinterlassen und auf diese Weise deinen Zylinder dauerhaft unbrauchbar zu machen.

Und wenn du schon einmal dabei bist, solltest du auch den Luftfilterkasten auswaschen. Dabei solltest du eine passende Waschabdeckung verwenden, um ein Eindringen von Wasser in den Ansaugtrakt zu vermeiden.


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Reifendruck kontrollieren

5. Reifendruck kontrollieren

Nachdem die Reifen abgekühlt sind, macht es Sinn den Luftdruck zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. Je nach dem, hast du den Luftdruck bereits auf die jeweiligen Verhältnisse der letzten Cross-Strecke eingestellt und solltest nun wieder auf den durchschnittlichen Wert von etwa 1 Bar aufpumpen. Dies ist ein guter Luftdruck von dem aus man sich bei der nächsten Fahrt, wieder zum optimalen Luftdruck für die jeweilige Strecke hinarbeiten kann.

Nach Undichtigkeiten Ausschau halten

6. Nach Undichtigkeiten Ausschau halten

Wenn du deine Motocross immer sauber hältst, werden dir Undichtigkeiten am Motorrad schnell auffallen. Spätestens aber wenn du Tropfen und Flecken auf dem Boden finden solltest, wirf einen Blick auf die wichtigen Stellen am Dirtbike:

  1. Ansaugtrakt
  2. Benzinschlauch
  3. Zylinder und Motorblock
  4. Auspuffschellen und Verbindungen
  5. Bremsflüssigkeitsbehälter und Bremssättel samt Leitungen
  6. Kühler samt Schläuchen
Kettenspannung / Antrieb prüfen

7. Kettenspannung / Antrieb prüfen

Die Kette ist beim Dirtbike extremen Anforderungen ausgesetzt und sollte somit vor jeder Fahrt kontrolliert und gegebenenfalls nachgespannt werden. Die Art und Weise der Prüfung variiert von Hersteller zu Hersteller ein wenig, weshalb du diesbezüglich am besten im Handbuch nachschaust.

Ist die Kette zu lose vorgespannt, verschleißen die Kettenräder deutlich schneller und es besteht die Gefahr, dass die Kette im Fahrbetrieb abspringt. Sowas führt in der Regel immer direkt zum Unfall mit unnötigen Schäden an Mensch und Maschine.

Ist die Kette zu stark vorgespannt, kann dies dazu führen dass die Vorgelegewelle Schaden nimmt oder die Vorgelegewellenlager aus dem Motorgehäuse brechen. Aber auch die Kette kann reißen und zu massiven Beschädigungen an Mensch und Maschine führen.

TIPP: Wenn die Kette verschlissen ist und ersetzt werden soll, ist es ratsam direkt auch das Kettenblatt und Antriebsritzel auszutauschen.

Wartungsarbeiten die in regelmäßigen Intervallen durchgeführt werden sollten

Motocross Ölwechsel

8.  Ölwechsel

Bei 4-Taktern im Rennbetrieb wird empfohlen, dass Motoröl alle 5 Betriebsstunden auszutauschen. Der Ölfilter ist alle 10 Stunden zu ersetzen. Bei Hobbyfahrern ist ein Ölwechsel problemlos alle 10-15 Betriebsstunden gerechtfertigt.

Bei 2-Taktern im Rennbetrieb beträgt das empfohlene Wechselintervall des Getriebeöls 6 Betriebsstunden. Bei Hobbyfahrern kann man auch hier das Wechselintervall problemlos auf 10-15 Betriebsstunden ausdehnen.

Das Gabelöl gehört nach 25-30 Stunden ausgewechselt.


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Kolben und Kolbenringe austauschen

9. Kolben und Kolbenringe austauschen

Die Lebensdauer eines Kolbens und der Kolbenringe hängt ganz stark davon ab, wie das Dirtbike bewegt wird. Fahrer, die auf Rennniveau unterwegs sind, verschleißen den Kolben deutlich schneller als Hobby- bzw. Wochenendfahrer, die einfach nur ihre Runden drehen.

Aber auch die Streckenverhältnisse spielen eine gravierende Rolle beim Kolbenverschleiß. Fahrten auf Sand und feinem Staub verkürzen die Lebensdauer der Bauteile zum Teil erheblich, da sie in solch einer Umgebung leicht in den Motorraum gelangen können und für Riefenbildung auf der Zylinderlauffläche sowie dem Kolben sorgen.

4-Takter: Wenn das Dirtbike für Rennen und schnelle Fahrten verwendet wird, ist ein Kolbenwechsel nach spätestens 30 Betriebsstunden empfehlenswert.

Immer wieder hört man auf den Cross-Strecken, dass man einen 4-Takt-Kolben problemlos über 100 Betriebsstunden fahren könnte, wenn man das Motorrad nicht zu hart ran nimmt. Zu beachten wäre hierbei aber, dass eine zu lange Verwendung des Kolbens zu Materialermüdung und somit zum plötzlichen Motorschaden führen kann.

Deshalb ist ein Kolbenwechsel auch bei Hobbyfahrern bei 50-60 Betriebsstunden sehr zu empfehlen.

2-Takter: Aufgrund der bauartbedingten schlechteren Schmierung und höherer Drehzahl, muss der Kolben beim 2-Takter deutlich früher ausgewechselt werden. Wird das Motocross-Bike im Renneinsatz bewegt, sollte der Kolben spätestens nach 15-20 Stunden ersetzt werden.

Bewegt man sich aber im Hobbybereich und dreht nicht ständig bis auf Anschlag auf, sind durchaus 40-50 Betriebsstunden als Wechselintervall vertretbar.

TIPP: Bei jedem Kolbenwechsel solltest du auch das Pleuellager sowie die Zündkerze ersetzen!

Lager kontrollieren / austauschen

10. Lager kontrollieren / austauschen

Da man nie genau weiß, wann ein Lager das zeitliche segnet, sollten diese immer wieder mal geprüft und sobald ein gewisses Spiel festgestellt wird, auch direkt ausgetauscht werden.

Radlager:  Motorrad aufbocken. Das Rad mit beiden Händen fest umgreifen und durch gegenläufige Bewegungen testen ob man ein Spiel bemerkt. Das Radlager ist defekt, wenn es sich anfühlt als wäre das Rad nicht richtig verschraubt.

Lenkkopflager: Setze dich auf deine Motocross und ziehe fest an der Vorderradbremse. Dabei versuchst du das Motorrad vor und zurück zu schieben/schwingen. Hörst du ein leichtes klackern, ist das Lenkkopflager defekt.

Schwingenlager: Bocke das Motorrad auf und bewege das Hinterrad bzw. die Schwinge auf der Schwingenachse hin und her, während jemand das Dirtbike festhält. Hörst du hier ein klackern oder fühlt es sich an, als wäre die Schwinge nicht richtig verschraubt, sind die Schwingenlager defekt.

Umlenklager: Bocke auch hier das Dirtbike auf, greife das Hinterrad an der Felge und versuche es hoch und runter zu bewegen. Hörst du hier ein klackern oder fühlt es sich an, als wäre die Schwinge nicht richtig verschraubt, sind die Umlenklager defekt.

 Flüssigkeiten kontrollieren / austauschen

11. Flüssigkeiten kontrollieren / austauschen

Überprüfe hin und wieder die Kupplungsflüssigkeit und den vorderen sowie hinteren Bremsflüssigkeitsbehälter. Sorge immer dafür dass der richtige Füllstand eingehalten wird und verwende auch immer nur das im Handbuch empfohlene Hydraulik-Öl.

Brems- und Kupplungsflüssigkeit nehmen mit der Zeit Feuchtigkeit auf und sollten deshalb jährlich getauscht werden.

Kontrolliere auch deine Kühlflüssigkeit nach jeder Fahrt und korrigiere den Füllstand falls nötig. Aber verwende zum Nachfüllen immer nur ein entsprechendes Kühlmittel anstatt Wasser. Der Kühlkreislauf sollte jährlich einmal durchgespült und mit neuer Kühlflüssigkeit aufgefüllt werden.

Fazit

Wer lange etwas von seinem Dirtbike haben möchte und dabei auch noch sicher unterwegs sein will, sollte das Thema Wartung definitiv nicht unterschätzen. Nur wenn alle Komponenten am Motorrad in tadellosen Zustand sind, ist eine sichere und auch schnelle Fahrt möglich. Meiner Meinung nach sind das zwei einleuchtende Argumente 😉

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